Claude Code vs Gemini CLI 2026 – was ist besser für reale Projekte?
Claude Code oder Gemini CLI – welches CLI-basierte AI-Tool eignet sich 2026 wirklich für reale Projekte? Die Frage ist weniger „welches Modell ist intelligenter“, sondern welches Tool sich stabil in produktive Entwickler-Workflows integrieren lässt: Repository-Kontext, Diff-basierte Änderungen, Tests, CI/CD und Governance.
Dieser Vergleich bewertet beide Tools aus Praxisperspektive – ohne Marketing, mit Fokus auf reale Projektszenarien wie Refactoring, TYPO3-Upgrades, Legacy-Analyse und Pull-Request-Reviews.
Kurzvergleich 2026: Wann welches Tool sinnvoll ist
Claude Code – besonders geeignet für Legacy-Analyse, Migrationsplanung und komplexe Refactorings mit vielen Abhängigkeiten.
Gemini CLI – stark bei klar abgegrenzten Tasks, CI-nahen Workflows und diff-orientierter Iteration.
Beide Tools erfordern strikte Scope-Disziplin, Tests als Gate und klare Governance-Regeln.
Bewertungskriterien für reale Projekte
Ein belastbarer Entwickler-AI-Vergleich basiert nicht auf Benchmarks, sondern auf Projektrealität. Entscheidend sind:
Kontextverständnis: Architektur, Domain-Logik, TYPO3-Konventionen, Repo-Struktur
Diff-/Patch-Qualität: kleine, reviewbare Änderungen
Reproduzierbarkeit: versionierbare Prompts, stabile Workflows
Stabilität bei großen Repositories: Monorepos, mehrere Sprachen, große Historien
Datenschutz & Governance: Policies, Logging, Secrets-Handling
1. Kontextverständnis in gewachsenen Codebases
Claude Code ist häufig stark bei zusammenhängender Analyse: Seiteneffekte, Abhängigkeitsketten, implizite Architekturentscheidungen. Gerade bei Legacy-Systemen oder TYPO3-Installationen mit mehreren Extensions ist das hilfreich.
Gemini CLI funktioniert sehr gut, wenn Aufgaben klar geführt werden: begrenzter Scope, explizite Dateiauswahl, strukturierte Zwischenstände. In DevOps-geprägten Umgebungen ist die Integration in iterative Workflows oft ein Vorteil.
Praxisfazit: Kontextverständnis ist weniger modellabhängig als prozessabhängig. Wer Scope nicht begrenzt, bekommt bei beiden Tools unkontrollierte Ergebnisse.
2. Diff-/Patch-Qualität und Review-Fähigkeit
Produktive AI-Nutzung steht und fällt mit reviewbaren Diffs. Änderungen müssen klein, nachvollziehbar und testbar sein.
Claude Code liefert häufig semantisch konsistente Änderungen, kann aber bei zu breitem Scope große Patches erzeugen. Gemini CLI ist bei eng geführten Aufgaben oft sehr gut in kleinen, klaren Änderungen.
Wichtig: Tests und Static Analysis müssen verpflichtend sein.
composer update
vendor/bin/phpunit
3. Reproduzierbarkeit und Team-Standards
Reproduzierbarkeit entsteht durch Prozess, nicht durch „Intelligenz“:
Beide Tools lassen sich in reproduzierbare Workflows integrieren – entscheidend sind Teamregeln.
4. Stabilität bei großen Repositories
Große Repos mit mehreren Sprachen, Generatoren und Build-Ketten sind der Härtetest.
Claude Code eignet sich gut für gezielte Analyse-Hotspots. Gemini CLI funktioniert stabil, wenn man konsequent mit Pfad-Filtern und Task-Splitting arbeitet.
Grundregel: Erst verstehen, dann ändern, dann testen.
5. Datenschutz und Governance
Für Agenturen und Enterprise-Teams ist Governance entscheidend:
Keine .env-Dateien im Kontext
Secrets-Scanning aktiv
Klare Policies für AI-generierte Änderungen
AI als Assistenz, nicht als Autorität
Unabhängig vom Tool gilt: Ohne Compliance-Regeln ist produktiver Einsatz riskant.
Praxis-Szenarien
Refactoring in gewachsenen Codebases
Claude Code eignet sich für Risikoanalyse und Strukturplanung. Gemini CLI ist stark in kleinen, mechanischen Refactoring-Schritten.
TYPO3-Upgrades (v12 → v13)
Claude Code unterstützt bei Breaking-Change-Analyse und Migrationsplanung. Gemini CLI hilft bei der Umsetzung in kleinen, reviewbaren Diffs.
Pull-Request-Reviews
AI sollte als zweites Paar Augen agieren – nicht als Ersatz für Ownership. Diff-only Reviews sind hier sinnvoll.
Konkrete Empfehlung nach Projekttyp
Kleine Projekte: Gemini CLI oft effizient durch schnelle Iteration.
Enterprise / große Repos: Claude Code für Analyse, Gemini CLI für CI-nahe Teilaufgaben.
Migration / TYPO3-Upgrades: Kombination beider Tools realistisch.
Analyse-lastige Projekte: Claude Code häufig im Vorteil.
Fazit: Claude Code vs Gemini CLI 2026
Für reale Projekte entscheidet nicht das Tool-Label, sondern Workflow-Disziplin. Claude Code ist häufig stärker bei tiefem Kontextverständnis und Migrationsplanung. Gemini CLI überzeugt in klar geschnittenen, diff-orientierten Iterationen. In professionellen Setups ist eine Mischstrategie oft sinnvoll.
Weitere Grundlagen zu Gemini CLI und zur Abgrenzung zwischen CLI-AI und Browser-AI findest du in den entsprechenden Artikeln auf landolsi.de.